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Zertifikatskurs zur Kinderschutzfachkraft

(gemäß der §§ 8a, 8b SGB VIII und § 4 KKG)

Mit der Einführung des § 8a SGB VIII wurde die »insoweit erfahrenen Fachkraft« bzw. Kinderschutzfachkraft als neue Akteurin im Kinderschutz geschaffen, die von den freien Trägern der Jugendhilfe zur Beratung im Rahmen der Gefährdungseinschätzung hinzugezogen werden soll. 

Durch das Bundeskinderschutzgesetz vom 01.01.2012 wurde der Adressatenkreis der Kinderschutzfachkraft erweitert, indem weiteren Akteur(inn)en, z. B. der Gesundheitshilfe und Schule, ein Beratungsanspruch eingeräumt wurde.

Seit 2006 bietet das ISA in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund LV NRW e.V. und der Bildungsakademie BiS regelmäßig Zertifikatskurse zur Kinderschutzfachkraft an. Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmenden auf die Tätigkeit als Kinderschutzfachkraft nach § 8a, 8b SGB VIII und § 4 KKG vorzubereiten.

In neun Tagen werden die Anforderungen thematisiert, die der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung an die öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe sowie weitere Personengruppen anderer Arbeitsfelder stellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Rolle und der Auftrag der Kinderschutzfachkraft, die die Fachkräfte der freien Träger sowie weiterer Berufsgruppen bei der Gefährdungseinschätzung beraten soll. 

Zusätzlich zu den Präsenztagen müssen die Teilnehmenden nach dem 3. Block einen eigenen Beratungsprozess als Kinderschutzfachraft durchführen und dokumentieren. Diese kursbegleitende Praxisarbeit im Umfang von ca. 12 Seiten wird im Rahmen eines Abschlusskolloquiums in Kleingruppen reflektiert.

    Tag 1 / 2  – Rahmenbedingungen und Grundlagen

      • Rechtliche Aspekte im Kinderschutz (insb. §§ 8a, 8b SGB VIII und § 4 KKG)
      • Fachliche Anforderungen im Kinderschutz
      • Einführung in die Gefährdungseinschätzung

      Tag 3 / 4  – Prozesse: Erkennen – Beurteilen – Handeln

      • Vertiefung der Gefährdungseinschätzung
      • Methoden der kollegialen Beratung
      • Gesprächsführung und Beteiligungsverfahren im Kontext von Kindeswohlgefährdung  
      • Rolle und Auftrag der Kinderschutzfachkraft

      Tag 5 / 6 / 7  – Beratungsprozess und Kooperationen

      • Gestaltung des Beratungsprozesses und der eigenen Rolle als Kinderschutzfachkraft
      • Praxisbericht einer Kinderschutzfachkraft
      • Besondere Belastungslagen von Familien
      • Kindeswohlgefährdung aus ärztlicher Sicht
      • Implementierung von Verfahren zum Kinderschutz in Einrichtungen
      • Kooperation im Kinderschutz

      Tag 8  – Abschlusskolloquium

      • Reflexion der erstellten Praxisarbeiten in Kleingruppen
      • Zertifikatsübergabe

      Tag 9 – Vertiefungs- und Reflexionstag

      • Vertiefung eines relevanten Themenschwerpunktes im Kinderschutz
      • Erfahrungsaustausch und Reflexion der bisherigen Beratungstätigkeit

      Der Kurs richtet sich an erfahrene Fachkräfte aus den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, die als Kinderschutzfachkraft Teams beraten und den Prozess der Gefährdungseinschätzung begleiten möchten. Fachkräfte aus anderen Arbeitsfeldern (z.B. Gesundheitswesen, Schule) können nach Rücksprache auch zugelassen werden.

      Wichtiger Hinweis:Wir empfehlen, dass die Kinderschutzfachkraft nicht ein Team berät, in dem sie als Leitung oder als Kollege/in eingebunden ist. Erste fachliche Anregungen zur Tätigkeit der Kinderschutzfachkraft finden Sie hier in unserer Broschüre »Die Kinderschutzfachkraft – eine zentrale Akteurin im Kinderschutz«.

      Unsere Zugangsvoraussetzungen bestehen aus:

      • einer einschlägig (sozial-)pädagogischen bzw. psychologischen Ausbildung (Hochschulabschluss in z.B.  Soziale Arbeit bzw. Sozialpädagogik, Pädagogik, Heilpädagogik, Psychologie oder Ausbildung zur/m Erzieher/in mit einschlägigen Zusatzausbildungen oder in Leitungsfunktion)
      • mehrjähriger Berufserfahrung (mind. 3 Jahre im einschlägigen Bereich) sowie
      • praktischer Erfahrung mit Kinderschutzfällen und Grundkenntnissen des Verfahrens nach § 8a SGB VIII.

      Sollten Sie Rückfragen zu den Teilnahmevoraussetzungen haben, wenden Sie sich bitte an die Ansprechperson des Kurses.

      • Teilnahme an allen neun Fortbildungstagen,
      • Durchführung eines Beratungsprozesses im Kursverlauf und Dokumentation in einer Praxisarbeit im Umfang von ca. 12 Seiten 
      • sowie deren Vorstellung und Reflexion in einem Abschlusskolloquium.

      Abgabetermin der Praxisarbeit ist ca. sechs Wochen vor dem Kolloquium.

      Die Kursgebühr beträgt 1.200,- €. Außerdem kommt eine Verpflegungspauschale von 300,- € hinzu. 

      Die Verpflegungspauschale beinhaltet heiße und kalte Tagungsgetränke, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen für acht Tage. Ein Abendessen ist in der Verpflegungspauschale nicht enthalten. Die Verpflegungspauschale ist verpflichtend, d.h. eine Buchung ohne Verpflegung ist nicht möglich.

      Sie können bei der Buchung des Kurses angeben, ob Sie eine Übernachtung im Tagungshaus an den zweitägigen Seminarblöcken wünschen. Die Kosten sind ebenfalls abhängig vom Tagungshaus und liegen zwischen 200,- und 250,- € für vier Nächte inkl. Frühstück.

      Ja, diese Möglichkeit besteht. Weitere Informationen zum Bildungsscheck finden Sie hier: www.bildungsscheck.com

      Die Anmeldung ist nur online möglich unter folgendem Link: www.isa-muenster.de/veranstaltungen

      Weitere Informationen rund um das Thema Kinderschutz auf der Homepage des Kompetenzzentrums Kinderschutz: www.kinderschutz-in-nrw.de